25 Jahre DJ F.George

kalender Geschrieben von Christian 08. Dezember 2009 14:01Uhr in People kalender 0 Kommentare

DJ F.GeorgeMusik hält jung, beflügelt die Sinne, weckt unsere Empfindungen, beruhigt, animiert, weckt Freude, macht kreativ und lässt uns näher zusammen rücken.  Dieses Lebensgefühl zelebriert unser regional wohl beliebtester House- DJ F.George seit, ja ihr habt richtig gelesen, über 25 Jahren.

Er ist damit einer der ältesten DJs der Region und definitiv gehört er auch zu denjenigen, die mit Genuss und Liebe immer noch am Ball sind. Dabei sei bemerkt, er spielt deswegen keine alten Kamellen, sondern entwickelt sich stets weiter, hat immer die neusten Housescheiben, aber eben auch die wirklichen Klassiker im Original im Gepäck. Sicher hat F.George schon mehrere Partygenerationen kommen und gehen sehen, technische Wandel durchlebt, hat sich dabei selbst aber nie vergessen und ist sich stets treu geblieben.

Er ist ein Unikat, ein Urgestein, ein DJ wie er eben sein muss. F.George lebt seine Musik, seine Inspirationen, sein Gespür für das Wesentliche, liebt die ibizianische Sonne, das Meer und das Flair der Insel mit dem passenden „soulful“ House Sound, wie er es gerne selbst beschreibt. Prägnant für seine Erscheinung nicht nur hinter den Plattentellern ist seine ruhige gelassene Ausstrahlung, sein technisch einwandfreies Mixing, stilsicher mit Liebe zur Musik und stets genussvoll am Zigarette rauchen. Er ist und bleibt ein Unikat, was heute sicher nicht jedem DJ gewährt sei und steht deshalb mittlerweile auch schon unter Artenschutz.

Und dabei hat alles mal ganz ohne Weitsicht angefangen. Eigentlich wollte F.George lediglich seine selbst gemixten Tapes mit der Lieblingsmusik, wie er sie mochte, im Autoradio hören können. Nun ja, das mehr daraus geworden ist, zeigt seine Plattensammlung, die seit seinen Vinylzeiten bis heute auf 6000 Stück herangewachsen ist. Von House, Trance, Techno, Acid über RMB bis hin zu Rock Scheiben tummelt sich so ziemlich alles in seinem Plattenregal. Noch dazu ist er bekennender Dire Straights und Led Zeppelin Fan. Natürlich hat auch er seine Fangemeinde, die mit ihm gewachsen ist. Das Altersspektrum ist breit und siedelt sich irgendwo zwischen 18 und 50 Jahren an. Und wenn wir ganz ehrlich sind, einer seiner größten Fans ist sein Papa, der ist schon stolze 83 Jahre und hört seine Musik bis heute gerne.

DJ F.George aus BautzenBereits 1984 startete DJ F.George mit dem Auflegen von Musik. Damals noch nach alter Manier mit Kasettendecks. 1989 packte ihn dann das Vinyl-Fieber. Er veranstaltete erste Acid-House-Partys in Wilthen, wo sich später die „Tanzwerkstatt” ansiedelte. Ende der 90er spielte er regelmäßig feinsten House und Trance im legendären Octan Bautzen. Fans werden ihn bestimmt auch noch aus alten Robur und Krone Bautzen-Zeiten oder vielleicht von seinen Trance-Abenden in der Dance Factory Dresden kennen. Als langjähriger Resident der „Orange Disco”, des „Palais G” und der „Ocean Beach Bar“ in Bautzen machte er sich hier in der Region einen guten Namen. Heute erlebt man seine beliebten House Sets alljährlich zum Hexenbrennen an der „Ocean Beach Bar” oder im Puro Beach Dresden. Sein Repertoire ist groß, von Tribal über Latin bis hin zu Deep House, das ist seine Musik, bei der er nach vielen Jahren Entwicklung nun endgültig angekommen ist! Dabei ist er vom Mainstream-Hype recht unbeeindruckt und bleibt musikalisch, was er ist – ein alter Hase am Zahn der Zeit in Sachen House-Tunes!

Im kurzen Zeitraffer gehen wir nun gemeinsam mit F.George auf die Reise durch Vergangenheit und Zukunft:

Die 80er

Ich habe nächtelang am Radio verbracht, um die neusten Sachen mitzuschneiden. Ich bin sogar mitunter Samstag früh nach Leipzig gefahren, weil dort ein Kumpel wohnte, der brandheiße Scheiben von damals verbotenen Westsendern empfangen und aufnehmen konnte. Abends wurden dann die neuen Errungenschaften sofort auf den heimischen Partys gespielt. Mein Focus lag damals schon auf House und New Beat (kam aus Belgien und war ein Vorreiter vom Techno).

Die 90er

Da habe ich einen Abstecher in die Discoszene gewagt, spielte in der Dance Factory Dresden und der Krone Bautzen meist sehr trancelastige Musik. Das war auch eine sehr wichtige Zeit für mich und Schule, da man mit verschiedenen Styles das Auflegen noch mal ganz anders lernt. Meinen größten Gig hatte ich 1991 im Discozelt in Dresden vor über 3000 Leuten. Und weil es grad aktuelles Thema in den Medien war, 1990 erlebte ich mein geilstes Konzert, Michael Jackson im Olympiastadion in München während seiner Dangerous Tour. Zur Wende ging es dann bei mir auch los mit Vinyl. Da habe ich mir auch meine ersten gebrauchten Technics- Nachbauten zugelegt und die Acidhousemusik hat mich sehr begeistert. Meine erste Schallplatte war das Doppelalbum „Acid Housefieber“. Ja und weiterhin hat mich der Ur-Frankfurter-Techno-Trance geprägt, Housemusik weiterhin. Eine große Rolle spielte für mich auch das Octan in Bautzen Ende der 90er, das war mein Einstieg in die Partyszene in der Region.

Die Wende

Da kam meine erste Begegnung mit der Housemusik auf Ibiza, das war 2001. Von da an habe ich mich musikalisch völlig umgestellt, back to basic. Balearic House, Vocal House, Progressive und Tribal House. Und das hat sich bis heute immer weiter entwickelt und ist immer spezifischer geworden. Wichtigste Station war da für mich das Palais G. in Bautzen als Resident, die Orange Disco, die Ocean Beach Bar, der Motown Club in Cottbus oder das Parkhotel in Dresden. Dann kam meine Spezialisierung auf Warm Ups, Bar – und Loungebespielung, wo ich mich als DJ immer austoben und lange Sets bis zu acht Stunden spielen konnte.

Aktuelles

2005 habe ich DJ Steffi aus Dresden zufällig auf dem Flughafen nach Ibiza getroffen und da kam dann der Stein zu meinem heutigen Projekt, Soulfulhousecollective, langsam in’s Rollen. Gemeinsam mit Steffi und Tomby organisieren wir uns nun gemeinsam. Mittlerweile hat sich die Saxophonistin Lea Norden dazu gesellt, die uns ab und an live mit ihrer unglaublichen Ausstrahlung und Improvisationskraft begleitet. Derzeit produzieren wir gerade an unserer ersten Single, die fast fertig ist und Ende des Jahres auf Top Ten Records erscheinen soll. Das wird, wie der Name schon sagt, nach richtigem „soulful“ House klingen. Letzten Sommer hatten wir unsere Sommerresidenz erstmalig im Purobeach in Dresden und ich hoffe, das es im kommenden Jahr bei besserem Wetter weiter geht.

Sicht der Dinge

F.George - SoulfulhouscollectiveUnsere Region hat einen sehr eigenen Musikgeschmack, den man als DJ zwar respektiert, aber es ist schwer, wenn man Nieschenmusik macht. Ich finde die Szene auch recht oberflächlich zur Zeit, das hat aber wiederum den Vorteil, das man Neuerdings wieder anfängt näher zusammen zu rücken. Ganz wichtig ist mir auch immer gewesen, nie über Kollegen zu urteilen und zu reden. Ich finde auch, das den Veranstaltern aktuell der Mut fehlt, anspruchsvolle Housemusik zu etablieren. Was ich auch sehr schade finde ist, das meist Masse statt Klasse zählt, da sollte man mal wieder etwas umdenken. Sicher spielt auch immer wieder der Generationswechsel eine Rolle und ich habe mindestens drei davon mitgemacht. Früher war es allerdings einfacher die Leute aus der Reserve zu locken, heutzutage wiederholt sich alles.

Wünsche u Träume

Ich habe nicht wirklich große Träume. Ich arbeite stets daran im Jetzt zu leben und meinen persönlichen Mittelpunkt zu finden. Der Glaube an sich selbst ist ganz wichtig, ich beschäftige mich mit verschiedenen Religionen und spirituellen Dingen, bin offen für viele Dinge und zu allen Menschen. Natürlich ist es mir wichtig, das sich das Soulfulhousecollective gut weiter entwickelt. Ja und aktuell träume ich eher von kleinen Partys mit 200 Leuten mit Musikverständnis. Und ich höre definitiv erst damit auf, wenn mich meine Beine nicht mehr tragen. ;-)

Berufung statt Ego Trip

Ich bin an einem Punkt angekommen, das war etwa vor drei Jahren, wo ich mich selber gefragt habe, warum ich das überhaupt mache. Dabei habe ich festgestellt, das ich dieses Gabe und das Talent einfach dazu benutzen muss, um über die Liebe zur Musik den Leuten Freude und Spaß zu bereiten und sie aus Ihrem Alltag mal rausreißen kann. Ganz wichtig ist auch, das ganze nicht als Ego Veranstaltung zu sehen und mit den Füßen immer schön auf dem Boden zu bleiben.

Danksagung

Darf natürlich nicht fehlen und sicher würde es den Rahmen sprengen jetzt alle zu nennen. Viele Leute haben mich begleitet und einige davon mir auch die Möglichkeit gegeben als DJ Fuß fassen zu können oder waren einfach nur als Freunde und gute Bekannte da. Dazu gehören Bea, meine Frau, Ray, Ropu, Wossy, Beathouse Frank, Coline, DJ Matti, D. Nebel, Miro & Dawson, Kai Montag, Basebuster, Tokn, DJ Steffi und Tomby, Marco aus Cottbus, Roman Feldbusch und alle Veranstalter, die mich gebucht haben und natürlich meine Eltern und Gott, der mir dieses Talent, die Kraft und das Durchhaltevermögen mitgegeben hat.

Philosophie

Lebe im Jetzt und sei mir dir selbst zufrieden!

Ein schönes Schlusswort! Lieber F.George, wir gratulieren zum Jubiläum und bedanken uns für die bislang tollen und unzähligen musikalischen Stunden mit dir, wünschen alles erdenklich Gute und auf weitere 25 Jahre on Decks!

Web

Text: Nicole Zwahr


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