Format:B im Interview

kalender Geschrieben von Christian 29. September 2009 10:02Uhr in Interview kalender 0 Kommentare

Format: B aus BerlinFormat B ist ein Produzentenduo aus Berlin. Seit 2005 mischen Jakob Hildenbrand und Franziskus Sell kräftig und erfolgreich auf dem Plattenmarkt mit. Die Wege der beiden kreuzten sich während ihres Tontechniker Studiums in Berlin. Seit dem gibt’s kein Halten mehr. Fomat B veröffentlichen auf Labels wie Highgrade, Great Stuff, Trenton, Stil vor Talent oder Alphabet City. Im vergangenen Jahr erschien ihr Debut Album “Steam Circuit“ auf Highgrade. Erst kürzlich gingen sie mit ihrem eigenen Label Formatic an den Start. Lest hier das exklusive Interview mit Jakob:

Wofür steht denn eigentlich Format B?
Der  Name ist eigentlich durch einen Zufall entstanden, als Franz und ich bei ihm abends schon so einige Bier geleert hatten, als plötzlich sein Nachbar zu Besuch kam und bestürzt erzählte sein Computer wäre völlig am Ende. Man müsse dringend „Format:/B“ machen mit der Kiste und alles löschen…

Da das B auch zu Berlin passte war unser Projekt Name geboren…

Format:B - PressefotoWas macht denn bei euch beiden die Mischung aus? Wer bringt welche Nuance oder auch Würze in den Kreativprozess im Studio oder am Set ein?
Das ist absolut 50/50…die Entstehung eines Tracks ist mittlerweile jedes Mal anders.

Wie würdet ihr denn aktuell euren Sound beschreiben? Gerade steht ja Deep und Minimal House hoch im Kurs. Da hebt ihr euch ja schon ab von der breiten Masse und ein Kollege aus Berlin meinte kürzlich, ihr seid die einzigen, denen es in der Stadt noch erlaubt ist, Techno zu machen. Sicher etwas überspitzt, aber ernst zu nehmen oder nicht?
Auch wir lassen uns gerne davon beeinflussen, wenn uns was gut gefällt.

Die neuen Sachen, die in der nächsten Zeit so erscheinen sind etwas weniger technoid und etwas techhousiger, dafür aber mit genauso viel Energie.

Abgesehen davon feiern die Leute meiner aktuellen Beobachtung nach rund um die Welt zur Maintime immer noch am liebsten zu In-your-Face Sound und nicht zu Deep House….

Welche Philosophie verfolgt ihr beiden beim Musizieren und Partys ausleben, ist es einfach nur Spaß und Job kombiniert oder steckt mehr dahinter?
Seit ich mit Musik machen vor 12 Jahren begonnen habe, ist es das wichtigste in meinem Leben geworden. Das Party machen hat sich innerhalb der letzten 5 Jahre schon etwas verändert. Wenn man viel tourt und spielt, feiert man selber mittlerweile nicht immer bis zum bitteren Ende mit, weil man sonst im Studio gar nichts  mehr hinbekommt unter der Woche.  Das Musik machen und diese dann am Wochenende spielen ist aber nach wie vor das Größte für uns.

Woher kommen eure Inspirationen? Wie kann man sich ne Studio Session mit euch vorstellen, Arbeitsbeginn in Berlin ist ja in den elektronischen Kreisen eher zeitiger Nachmittag bis in die Abendstunden, wie läuft’s bei euch ab?
Ideen und Ansätze zu neuen Tracks geben oft andere Tracks, die man im Club oder beim Tracks kaufen gehört hat. Wir kennen uns musikalisch so gut, dass wir die Zutaten und Ansätze eines Tracks mittlerweile manchmal abends beim Bier quasi „zusammendiskutieren“. Am nächsten Tag wissen dann beide schon zu 90% wo es langgehen soll. Anfangen zu produzieren tun wir jeden tag so 13h, also in Berlin recht zeitigJ

Welche sind eure Lieblingsgeräte aus denen ihr die Sounds rauslockt und wie gestaltet ihr euer Liveset?
Immer dabei ist die N.I. Battery, mit 5-6 Instanzen, sozusagen unser wichtigstes Instrument. N.I. Massive, N.I. Absynth und die Uad Plug-ins sind ebenfalls Stammgäste. Als Sequenzer nutzen wir Cubase5, das durch sein flexibles Editing und Workflow auch deutlichen Einfluss auf unser Beatprogramming genommen hat.

Die üblichen Verdächtigen Hardware Synths wie Virus TI, Waldorf Pulse, Nord Lead usw. haben wir auch, kommen aber nur seltener Mal zum Einsatz.

Ihr arbeitet als Vollzeitmusiker und seid zudem viel in der Weltgeschichte unterwegs. Könntet ihr euch vorstellen wieder einem völlig anderen Job nachzugehen?
Einen Job, der nicht mit Musik zu tun hat, käme für mich nicht in Frage. Da ich seit der Schule nichts anderes mehr gemacht habe, kann ich auch nichts anderes. Ich denke als Produzent kann man auch gut weiterarbeiten, wenn man selber nicht mehr im Club steht am Wochenende.

Wie organisiert ihr beiden euch denn in all dem Stress? Bookings, Labelarbeit, Vös und Remixe koordinieren, da fällt ja einiges an. Gibt’s da genau abgesteckte Zeitpläne und wer übernimmt mehr oder weniger gern welchen Part von euch?
Da wir wirklich viel Zeit im Studio verbringen, würden wir das selber gar nicht alles hinbekommen. Unsere Bookings betreut Matteo von Clique Bookings vertrauensvoll. Für unser frisch gelaunchtes Label Formatik haben wir einen Label Manager, der sich um das anfallende Tagesgeschäft kümmert und uns den Rücken frei hält.

Berichtet uns doch eine kleine Anekdote aus eurem Partyleben. Bleibt ja nie aus, gerade im Nachtleben die schrägsten Dinge mitzumachen.
Stehen zwei Typen am Montagmorgen in der Bar 25. Sagt der eine zum Anderen: „Ey Micha, sachma, wie heissten noch mal?“

Was steht aktuell an neuer Musik aus dem Hause Format B an? Eigene Vös, Remixe, Compilations, was kommt noch so in 2009?
Grade am Montag ist unser eigenes Debüt auf Formatik erschienen, die Hot Rod EP mit Hugo als Remixer. Daniel Steinberg macht dann die zweite Platte im Dezember, mit 2 Remixen von uns. Auf der Trapez 101 kommt noch demnächst ein Florian Meindl „Blast“ Remix, so wie einen Remix für Hugo.

Format:B - PressefotoStehen eigentlich auch ganz spezielle Projekte oder Aktivitäten neben den Live-Auftritten und Studioarbeiten auf eurem Plan oder bleibt für solche Sachen keine Zeit?
Tatsächlich bleibt eigentlich keine Zeit mehr für andere Dinge. Da ich meinem Hobby ja quasi beruflich nachgehe, ist das auch OK so. Ach ja, wir pokern beide einmal die Woche mit all unseren JungsJ Das darf auf keinen Fall fehlen!

Wie seht ihr selbst eure musikalische Entwicklung? Wo hat eure gemeinsame Reise mal angefangen und wo soll und kann sie noch hinführen?
Angefangen hat es in einer Einzimmerwohnung mit Homestudio und ein Ende ist nicht in Sicht!:) Mal schauen, wir sind selber gespannt.

Wie oder womit macht man euch denn auf ’ner Party eine ganz besondere Freude, gäbe es da was? ;-)
Eiskalter Jägermeister, keine männlichen Gogo’s!

Und natürlich noch eine ganz wichtige Frage, die Kanzlerfrage. Werdet ihr ganz gezielt eure Stimme mit einbringen?
Ja auf jeden Fall… wer nicht wählt, wählt den, den er nicht wählen würde.

Gibt’s sonst noch was, was unbedingt mal gesagt werden muss?
Was nicht basst, wird bassend gemacht!

Und nun Schluss mit dem Geplauder und fein vorbereiten für Görlitz!
Wir sehn uns!!!

Interview: Nicole Zwahr

Dates Oktober 09

  • 02. Okt. 2009 – Triple A Köln
  • 10. Okt. 2009 – Triaden@Nostromo Görlitz
  • 10. Okt. 2009 – Club metropol Friedrichshafen
  • 17. Okt. 2009 – Panoramabar/Berghain Format:B live! Berlin
  • 23. Okt. 2009 – Amsterdam Dance Event Amsterdam
  • 30. Okt. 2009 – Robinson und der lustige Freitag@arenaclub Berlin

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