Veranstaltungshochburg Bautzen

kalender Geschrieben von Christian 07. Juli 2008 10:33Uhr in SzeneTalk kalender 

Ein Volksfest

Was war das für ein Fest! Der Tausendundsechste Bautzner Frühling hat sich mal wieder von seiner schönsten Seite gezeigt. Das Wetter hat gepasst und so strömten hunderte, ach was sage ich, tausende durch das Bautzner Stadtzentrum. Ein Höhepunkt, besonders für die Jungen und Jung-Gebliebenen war der Freitagabend. Da hat uns Freddy von Radio Energie besucht und mal wieder geplappert wie ein Wasserfall. Nach dem förmlichen Teil kam dann die Bautzner Kult-Combo „Jolly Jumper” und hat von Song zu Song die Leute immer mehr zum Rocken gebracht. Da haben alt und jung nebeneinander gestanden, getanzt, angestoßen und mitgesungen. Die Stimmung war ausgelassen und vor allem friedlich - was will man mehr? Um kurz nach Zwölf dann der Supergau - ein proppevoller Hauptmarkt mit überschwänglich feiernden Leuten und die Band muss das letzte Lied ankündigen. Wer jetzt denkt, dass das an der 4-stündigen, pausenlosen Performance lag, der liegt falsch. Unser lieber Bürgermeister hatte angeordnet, dass punkt Mitternacht Zapfenstreich ist.

Bei so einem, einmal im Jahr stattfindenden, Volksfest ist das meiner Meinung nach ein klägliches Armutszeugnis für die Stadt. Zumal nicht nur die Musik abgedreht wurde - nein, auch alle Stände haben angefangen dicht zu machen. (Zur 1000-Jahr Feier durfte übrigens auch nur bis 1 gefeiert werden.)
Dass laut Bürgermeister Schramm jedes Wochenende was in Bautzen los ist und an die Nachtruhe der Anwohner gedacht werden muss, darüber kann ich nur milde lächeln. Zum einen: wie schon erwähnt, findet dieses Event nur einmal im Jahr statt und ist ja irgendwie auch ein Aushängeschild für die Stadt, bei dem die meisten der Anwohner eh mit am Feiern sind. Zum anderen: bei über 100 gastronomischen Einrichtungen in Bautzen - vor allem im Zentrum - ist man wohl selber schuld, wenn man in der Altstadt wohnt. Oder würdet ihr in Dresden in die Neustadt ziehen, um nach dem Feierabend in Ruhe auf der Couch liegen zu können?

Was noch so los ist

Schaut man auch in die hiesigen Veranstaltungskalender, so dürfte wohl jedem auffallen, dass in letzter Zeit rund um Bautzen bei weitem mehr los ist, als in Bautzen selbst. Woran das wohl nur liegen mag? Aus einer Reihe vieler Gespräche hört man immer wieder, dass die Stadt der Grund ist. 20% Vergnügungssteuer ist der höchste Steuersatz in der Lausitz und bedeutet das der Veranstalter ein fünftel seiner Umsätze an die Stadt abführen muss. Ganz zu schweigen von den Unmengen an Auflagen - hat man da noch Fragen? Recht und Ordnung müssen sein, da gibt es keine Fragen, aber man kann es auch übertreiben - auch die Ordnungshüter waren mal jung…

Zukunftsmusik

Alles in allem dürfte die Bezeichnung „Veranstaltungshochburg” für Bautzen wohl doch eher ein ironischer Begriff sein. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt diesbezüglich endlich mal aufwacht, den Veranstaltern etwas entgegenkommt und hin und wieder auch mal ein Auge zudrückt. Es geht schließlich auch darum, die Stadt für die Jugend weiterhin attraktiv zu halten. „Die Jugend ist die Zukunft!” Aber das sind ja immer nur hole Wahlversprechen, die dann nach der Wiederwahl ganz schnell vergessen werden…

Denkt mal drüber nach!
Christian



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Tags: Bautzen, SzeneTalk

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