Wir sind Helden
Geschrieben von Christian 17. Juni 2008 14:01Uhr in Interview
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Die Band, die sich im Herbst 2006 zurückzog, um Windelwechseln zu lernen, kindgerechte Busse zu entwerfen und ganz nebenbei ihr drittes Album „Soundso” aufnahm, steht nun eineinhalb Jahre später wieder voll im Saft! Nach der VÖ ihrer letzten Scheibe im letzten Sommer, haben sie gerade ihre Tour erfolgreich absolviert und stehen keineswegs still. Auch diesen Sommer sind die Helden auf unzähligen Festivals zu erleben und stellen außerdem gerade ihr jüngst veröffentlichtes Buch “Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen” mit Lesungen & Unplugged Konzerten vor. Sicher etwas ungewöhnlich für eine Rockband, aber so kennt man sie nun mal, stets mit Extravaganzen und bittersüßen Wahrheiten im Gepäck. Das Buch basiert auf einem von der Band geführten Tour-Tagebuch und wurde noch um diverse Feinheiten und Details ergänzt. Höhen, Tiefen, absurde Angebote, Konsumkritik und Glücksforschung sind Themen, die heldenhaft beschrieben werden. Erschienen ist das Werk nicht nur als Buch sondern auch als Hörbuch beim Fischer Verlag. Lest oder hört einfach mal rein. Im Juni spielen Wir sind Helden auch in unserer Ecke, am 18. Juni auf der Campus Party in Dresden und am 28. Juni zum Campus Festival „Gesicht zeigen” in Cottbus.
Die Band
Jean-Michel Tourette - Gitarre und Keyboard
Judith Holofernes - Gitarre, Gesang, Texte
Pola Roy - Schlagzeug
Mark Tavassol - Bassgitarre Gitarre
Insomnia Redakteurin Caroline sprach mit dem Wir sind Helden- Bassisten Mark Tavassol über dies und das und jenes. Hier das Interview:
Wie ist denn die heutige Version zu eurer Namensentstehung? Wieso seid ihr Helden?
Von damals zu heute hat sich eigentlich nichts geändert. Unser Anliegen war und ist es, diesen Heldenbegriff wohl eher ironisch zu betrachten. Heutzutage muss man mit diesem Wort „Held” wirklich vorsichtig sein. Es gibt viele falsche Vorbilder, welche als Helden betrachtet werden und deshalb dachten wir uns, dass jeder sozusagen ein Held ist, also auch wir.
Wer sind für euch Helden oder Menschen, die euch beeindrucken?
Ich würde mit dem Heldenbegriff behutsam umgehen, ich spreche lieber von Vorbildern. Für mich müssen diese Vorbilder greifbar sein, so wie beispielsweise Freunde oder die Familie. Es geht darum, sich von verschiedenen Lebensweisen etwas abzugucken, insbesondere Dinge, die einen beeindruckt haben. Und sich von den verschiedenen Charakteren besondere Eigenschaften zum Vorbild zu nehmen.
Obwohl die Männer in der Mehrzahl sind, kann man da trotzdem behaupten, dass eure Frontfrau euer wichtigster Kopf ist?
Also bei uns ist jeder gleichberechtigt, obwohl viele denken, dass Judith unser Chef ist. Unsere Einstellung und Akzeptanz zueinander lässt niemanden allein in den Vordergrund rücken. Unglücklicherweise verbindet jeder mit der Position des Sängers sofort die Anführerrolle, so ist es uns beispielsweise passiert, dass kurz vor einem Auftritt der Techniker stur an uns allen vorbei rannte und zu Judith stürmte, um ihr den kompletten technischen Aufbau zu erklären. Judith ist da allerdings nicht der perfekte Ansprechpartner. Jeder von uns hat so seine Aufgabenbereiche und Interessensgebiete, dennoch sind wir alle gleichberechtigt und arbeiten immer zusammen.
Ihr befindet euch ja derzeit auf Tour. Wie gestaltet sich das Tourleben mit Kind und Kegel?
Es ist inzwischen so, dass insbesondere die Räumlichkeiten für den Kleinen ausgerichtet wurden. Im Bus gibt es einen extra Bereich mit Babykram und Kommode für Friedrich. Auch im Backstage-Bereich haben wir immer einen großen Raum mit Spielsachen und dem wichtigsten Zeug. Außerdem begleitet uns immer eine enge Freundin von Judith, welche dann auf das Kind während der Konzerte aufpasst. Natürlich haben wir nicht immer durchgehend Zeit, aber wir legen alles so aus, das genügend Zeit bleibt. Außerdem ist es besonders für die Eltern sehr schön immer mit ihrem Kind zusammen zu sein. Wobei ich sagen muss, dass die Tour mit Kind auf jeden Fall schöner ist, da er immer lacht. Mir kommt es auch so vor, als würde er jeden Tag viele neue Dinge lernen, die ihn beeindrucken. Es ist schön ihn aufwachsen zu sehen.
Was war bislang euer schlimmstes oder schrägstes Tourerlebnis?
Na ja vor wirklichen schlimmen Dingen sind wir zum Glück noch verschont geblieben. Es gibt verschiedene Situationen in denen man mal verzweifeln kann, z.B. wenn der Bühnensound Mist ist, da die Boxen so laut sind, dass man danach denkt man hätte einen Gehörsturz. Ziemlich verrückt war mal eine Geschichte, als unser Tourbus in einer Mulde hängen geblieben ist. Und um diesen aus dem Schlammloch wieder raus zu holen, wurde ein riesiger Transportkran angekarrt. Doch das klappte auch nicht und so kam ein größerer Transporter und wir standen wie hypnotisiert vor diesen riesigen Maschinen, ähnlich wie Kinder.
Wie entstehen denn eure ausgefallenen Videos und die Ideen dazu?
Das ist immer videoabhängig. Das wechselt ständig, kommt halt drauf an, wer gerade eine kreative Idee hat. Meistens läuft es so ab, dass wir in enger Kooperation mit unserer Produktionsfirma stehen. Dann setzen wir uns alle zusammen und tauschen unsere Ideen in einem Brainstorming aus und die Resultate kennt man ja.
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Tags: Band, Interview, Musik, Pop, Rock, Wir sind Helden
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