Snowboarding - powered by daily milk!
Geschrieben von Christian 15. Februar 2008 16:07Uhr in Activity
Die diesjährige ISPO in München, Ende Januar, hat es wieder einmal bewiesen: das Interesse am Wintersport ist nach wie vor ungebrochen. Auf eben dieser weltgrößten Sportmesse, die jedes Jahr knapp 60.000 Fachbesucher aus aller Welt anlockt, wurden die neuesten Sporttrends und Technologien präsentiert. So auch im Bereich Snowboarding. Ganze drei Messehallen sind für diesen Sport mittlerweile reserviert. Das sind immerhin 20% Ausstellungsfläche der gesamten ISPO. Vor nicht allzu langer Zeit galten Snowboardhersteller und -händler noch als Außenseiter und wurden auf dem Münchner Messegelände eher geduldet. Heutzutage gehören die Messestände von Nitro und Quiksilver/ Roxy zu den am best besuchten an insgesamt fünf Messetagen.
Trends
Komfort und Individualität sind Schlüsselwörter dieser Zeit. Man will sich von der Masse abheben. Erreicht wird das mit viel Farbe, aufwendiger Verarbeitung und netten Accessoires. Die Weiterentwicklung wird aber nicht allein durch das Material erreicht. Wichtig ist die breite Erschließung von weiteren Zielgruppen wie Frauen jeden Alters und die Gruppe der über 50jährigen.
Aber keine Angst - die Pisten werden dadurch nicht zwingend voller. Zu verschieden sind die Angebote und Ausrichtungen rund um den Wintersport. Da gibt es zuerst die Snowboardhallen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Mittlerweile gibt es in Deutschland schon fünf Hallen, die ein ganzjähriges Boarden möglich machen. Weitere Hallen sind in Planung was vor allem den Mehrwert einer guten Snowboardausrüstung erhöht. Kann man doch dadurch jederzeit die Sachen packen und einen tollen Tag im Schnee verbringen - und das auch im Sommer.
Draußen in den Bergen setzen die Reiseveranstalter verstärkt auf Individual-Tourismus. Neu im Angebot sind zum Beispiel geführte Backcountry-Wanderungen, die mit einem halben Tag Anstieg auf den Gipfel beginnen und mit einer unbeschreiblichen Abfahrt durch unberührten Schnee enden. Hoch im Kurs steht auch Heliboarden. Mit einem Helikopter geht es rauf auf schlecht erreichbare Gipfel um sich gemeinsam mit erfahrenen Alpinisten einen Weg ins Tal zu bahnen.
Ein anderer Trend der letzten Jahre ist das Jibben. Dafür bedarf es nicht immer viel Schnee, teure Liftkarten oder eine präparierte Piste, vielmehr ist Kreativität gefragt. Diese Art des Snowboardens kann überall stattfinden, wo es ein Geländer, eine Kante oder ähnliches Hindernis gibt, egal ob im kleinen Bergdorf oder in Mitten einer Metropole. Ein wenig Schnee in der Anfahrt und Landung und schon ist der Spot perfekt - die Jibbsession kann beginnen.
Ausrüstung
Auf der Piste, im Powder oder an einem Kicker - was für eine Ausrüstung ist denn überhaupt notwendig um nicht nur gut auszusehen sondern auch vor Wind und Wetter geschützt zu sein.
Helm: Kopfschutz ist wichtig. Jedes Jahr gibt es immer noch genügend Kopfverletzungen. Gerade wenn man noch viele Tricks probieren will, ist es besser mit Helm. Die gibt es mit herausnehmbaren Beanie oder auch mit Kopfhörern.
Goggle: Für gute Sicht bei allen Wetterlagen sorgt die Schneebrille mit Doppelglas und indirektionaler Belüftung. Wichtig ist guter UV-Schutz, da gerade in den Höhenlagen die Sonneeinstrahlung sehr intensiv ist.
Jacke, Hose: Die Bekleidung wird den individuellen Ansprüchen angepasst. Wichtige Parameter sind Wassersäule, Atmungsaktivität und Details wie Schneefang, Ventilation sowie verstellbare Features an Kapuze und Armen für einen optimalen Tragekomfort.
Protektoren: Neben dem Kopf sollten auch andere Körperteile wie Rücken, Steiß, Arme und Gelenke mit Protektoren geschützt werden.
Handschuh: Die Handschuhe sollten Wasser abweisend und atmungsaktiv sein. Die Bindungen sollten sich damit auch gut öffnen und schließen lassen. Nutzen? So wenig wie möglich die Handschuhe ausziehen zu müssen.
Schuhe: Der Schuh ist die Verbindung zwischen Snowboard und Boarder. Ein Bereich, dem sehr viel Aufmerksamkeit gilt. Für verschiedene Ansprüche gibt es Boots mit verschiedenem Flex - je härter, desto anspruchsvoller. Weiter beeinflussen Dämpfung, Sohle, Schnürung und vor allem der Innenschuh den Komfort eines Schuhs.
Bindung: Das beste Board, der beste Boot nützen nichts, wenn die Bindung die enormen Kräfte nicht entsprechend an das Board weiterleiten kann und das alles mit mehr Kraftaufwand ausgeglichen werden muss. Lieber gleich eine gute Lösung wählen mit breiten Straps und stabilem Chasis, die Stabilität und Komfort gleichermaßen verbindet.
Board: Das Snowboard wird durch das Einsatzgebiet bestimmt: Freestyleboards sind optimal geeignet für Funparks. Der Boardkern hat einen weicheren Flex wodurch Fahrfehler besser ausgeglichen werden können. Freerideboards wurden für das Tiefschnee fahren entwickelt. Der Boardflex ist bedeutend härter, was zu einer ruhigen Lage des Boards auch bei hohen Geschwindigkeiten führt. Wer gern alles fahren möchte, Park und Powder, der wird mit einem Allmountainboard viel Spaß haben.
Schneegebiete
Riesengebirge:Das Riesengebirge ist das bekannteste Gebirge Tschechiens. Es ist gut erreichbar und hat abwechslungsreiche Schneegebiete für jeden Anspruch bei über 1300 Höhenmetern. Die bekanntesten Orte sind Spindler Mühle, Harrachov und Rokytnice, die jährlich viele Wintersportbegeisterte in ihren Bann ziehen.
Erzgebirge: Das bekannteste Schneegebiet in Ostdeutschland ist Oberwiesenthal. Der Kurort im Erzgebirge bietet ausgezeichnete Abfahrtsbedingungen. Auf tschechischer Seite bilden die Areale Neklid, Novako und Klinovec rund um den Fichtelberg ein sehr umfangreiches Terrain zum boarden und jibben. Zwischen deutscher und tschechischer Seite gibt es separate Verbundfahrkarten, mit denen in allen Arealen geboardet werden kann.
Tipps & Tricks
Wer mit dem einfachen Bergauf - Bergab irgendwann nichts mehr anfangen kann, wird sich irgendwann mit dem Jibben befassen. Die Magazine sind voll damit und in den Videos sind große Teile für die verrückten Tricks reserviert. Wie man solche Tricks aber auch selbst rocken kann, beschreibt Jenz von den Shredniks.
Trick 1 Frontside Noseslide
Etwas komplizierter ist der Frontside Noseslide. Die Anfahrt ist identisch mit dem Frontside 50-50. Hier drückt ihr euch am Rail leicht zehenkantig mit einer leichten seitlichen Olliebewegeung aus den Knien vom Kicker ab. Nach dem Absprung wird das Board mit der Nose um 90° über das Rail gedreht. Darauf achten, dass sich nur der Unterkörper mitdreht, der Oberkörper bleibt in seiner Ausgangsposition stehen. Die Drehachse bildet das vordere Bein. Auf dieses wird nun der komplette Körperschwerpunkt verlagert und auf dem Rail gelandet. Wenn alles passt, solltet ihr cool railabwärts unterwegs sein. Für eine smoothe Landung den Unterkörper wieder zurück drehen und mit den Knien leicht abfedern. Das coole Grinsen dabei nicht vergessen. Vielleicht hat ja ein Kumpel alles auf Kamera festgehalten oder es gibt ein paar Ladys zu beeindrucken. Smile - its Snowboarding!
Trick 2 Frontside 50-50

Der Frontside 50-50 ist ein Basictrick und bildet die Grundlage für so manch schwierigeren Trick. Bevor ihr den Trick ausprobiert, checkt vorher unbedingt eure Geschwindigkeit beim Anfahren an das Hindernis. Wenn das passt, wird flächig und parallel auf das Hindernis, z.B. ein Rail (Geländer), zugefahren. Die Zehenkante zeigt in Richtung Rail (Frontside). Vorm Rail leicht zehenkantig aus den Knien mit einer seitlichen Olliebewegeung vom Kicker abdrücken. Jetzt flächig und mit den Kanten parallel zum Rail auf diesem landen und hinunter sliden. Dabei den Körperschwerpunkt immer zentriert über dem Board halten. Bei der Landung leicht mit den Knien abfedern wie bei einem Sprung und locker weiterfahren.
Ihr wollt mehr erfahren über Snowboarding, Tricks und alles was man noch so braucht. Klickt euch durch die links oder kommt vorbei im daily milk!, Steinstr. 6, Görlitz
Index
Backcountry - Hinterland, meist in Verbindung mit verschneiter Landschaft
Jibben/ Jibbsession - entspanntes springen und tricksen mit Freunden
Powder - frisch gefallener, pulvriger Schnee
Kicker - Schanze
Straps - Feststellgurte, Teil der Snowboardbindung
Chasis - tragende Komponente der Bindung
Boardflex - beschreibt die Flexibilität eines Snowboards
Shredniks - Jibcrew aus der Oberlausitz
Frontside - nach vorn gefahrene Tricks und Richtung
Backside - hier gehts genau in die andere Richtung
Rail - Geländer
Olliebewegeung - einfache Sprungbewegung
sliden - gleiten
Nose - vordere Spitze des Snowboards
smoothe - immer schön locker bleiben, das hier ist snowboarden
Pics by Nadine Unger, Eidexe, David Hoyer, Fabian Pflocksch, Philipp Herford, Jenz Kretschmer, Horny Podluzi
Links
www.daily-milk.de
www.daily-milk-shop.de
www.shredniks.de
www.snowparkguide.com
www.freeride.cz
Bookmarken / Weiterempfehlen
Tags: Activity, daily milk!, Snowboarden
Das könnte dich auch interessieren: