Die grüne Fee und ihre Schwestern - Teil 1
Geschrieben von Christian 12. Dezember 2007 14:28Uhr in SzeneTalk
Mitten in der Woche, ein freier Tag und die Lust auf etwas Süßes ließ mich das Telefon in die Hand nehmen und Frau K. anrufen. Schnell konnte ich sie überzeugen und das Schoko-Date war gebucht. Alles perfekt soweit…Ort und Zeit stimmten. Schnellen Schrittes näherten wir uns dem Eingangsportal der Provinz-Chocolaterie aber ein CLOSED zerstörte unseren Gaumenschmaus innerhalb von wenigen Sekunden. Tja, wo nun hin? Wir überlegten wirklich sehr lange, fanden keine wirkliche Alternative und mir schwirrten plötzlich unzählige Fragen im Kopf umher. Ist man(n) schon so sehr verwöhnt? Besitz ich Scheuklappen? Schläft die Konkurrenz? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, entschloss ich mich Parallelen zum Herrn Rach, dem peniblen Restaurantbückling, zu schaffen.
Eins vorneweg…ich nenne keine Namen, auch wenn es mir schwer fällt und ich zu gerne mit offener Kritik um mich rumwerfe ;).
Die Welt der Kaffeetassen
Auf geht’s in die bunte Welt der Strohhalme und Kaffeetassen.
Wie der Bückling in der weißen Kluft, komme ich natürlich ebenfalls überraschend in die Bar geschlendert und genieße den Status eines xyz-Promis, d.h. ich bin Kundschaft und lasse mir diverse Köstlichkeiten ala Carte gredenzen.
Gesagt, getan…Bar Nummer 1 direkt vor mir, ich trete ein und eine gewisse Kühle fällt über mich her. Veränderungen haben stattgefunden, markante Details sind verschwunden und Baumarkt-Palmen stehen ohne Übertopf herum. Nun ja, optische Reize sollen die Geschmacksnerven bekanntlich beeinflussen aber dennoch schaute ich erstmal mit meiner Begleitung in die Karte. Verwirrend dieses Spiel aus Grafik und Worten, mir fiel es stellenweise schwer die Zutaten der Cocktails zu lesen. Trotz des durchschnittlichen Besucherandrangs machte die Bardame auf mich einen leicht überforderten Eindruck, denn wenige Minuten nach unserer Bestellung (heiße Schokolade und Erdbeershake) kam sie nochmals auf uns zu und fragte nach dem Schälchen Heißes.
Gut, ich lass das jetzt hier einfach mal so stehen und jeder kann sich seine Gedanken dazu machen. Die Getränke kamen dann doch recht flink und ich war sehr erstaunt das frisch zubereitete Getränke so wenig Zeit in Anspruch nehmen. Die Tasse war heiß aber der Inhalt ähnelte einer lauwarmen Instant-Brühe aus nem Plastetütchen. Mein Cocktail besaß mehr Eiswürfel als Joghurt und das Erdbeeraromat ersetzte die frischen Zutaten. Wie der Bückling analysierte ich das Preis-Leistung-Verhältnis und musste feststellen daß dies nicht gerechtfertigt war. Ebenso nervig empfand ich die Musik aus den Boxen. Ich bin ja musikalisch vielseitig groß geworden aber Crossover-Trash-Rock ließ selbst die zahlreichen Eiswürfel in meinem Glas erzittern. Dementsprechend waren unsere Getränke schnell alle, die Rechnung auf den Cent bezahlt und die Tür fiel hinter uns ins Schloss. Fazit: Kommt Veränderung, komm ich wieder!
Neue Bar, neuer Versuch…
moderne Einrichtung, kräftige Farben…ein eigener Stil. Ich setze mich an einen freien Tisch und meine Bestellung wird prompt mit zackigem Ton entgegengenommen. Irgendwie verspürte ich stierende Blicke im Nackenbereich und fühlte mich vom Shaker hinter dem Tresen beobachtet. Wird nur „besondere” Kundschaft geduldet oder ist dies einfach nur sein eigenes Markenzeichen? Ich tippte auf letzteres, denn meine Beobachtung war, daß dies bei jedem Neukunden geschah. Egal…Getränke waren übersichtlich aufgelistet, preislich passend und bei jazziger Begleitmusik wohlschmeckend. Einziges Manko war die stickige Luft, denn mit Tränen in den Augen schmecken Cocktails nur selten. Fazit: Frischer Wind bringt frische Ware…auch Kundschaft ;)!
Der Zweite Teil kommt in der nächsten Ausgabe des Insomnia-mag!
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Tags: Bar, Bautzen, SzeneTalk
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