Parkour – Geh deinen Weg!

kalender Geschrieben von Christian 06. September 2007 11:36Uhr in Activity kalender 1 Kommentar

ParkourHistorie

Wunderst du dich in letzter Zeit auch darüber, dass du Sportfreaks halsbrecherisch über Mauern, Zäune und Büsche fliegen siehst? Nein, du bist nicht verrückt, es handelt sich hierbei um die Trendsportart Parkour. Dabei versucht der Läufer, ein sogenannter Traceur, so schnell wie möglich ohne Hilfsmittel von einem Ort zum anderen zu gelangen. Die Grundidee entstand in den frühen 80er Jahren in Frankreich. Der Begründer David Belle erlernte von seinem Vater, einem Vietnamsoldaten, verschiedenste Möglichkeiten, um natürliche Hindernisse überwinden zu können. Später zog Belle nach Paris, wo er die Technik auf jedes Hindernis übertrug und austestete. Mit der Zeit wurde Parkour immer professioneller und anspruchsvoller. Heutzutage geht es den Läufern darum, den Einklang von Körper und Seele sowie die eigenen natürlichen Grenzen zu entdecken. Die ganz professionellen Läufer sehen Parkour eher als kreative Kunst. Mittels eigenem Können, Kreativität und Ehrgeiz werden neue Wege geschaffen.

StreetTalk

ParkourMarcus Schwarze ist Schüler am Schillergymi in Bautzen und übt Parkour seit Mai 2006 professionell mit einer kleinen Gruppe unter dem Namen „Streetclimb“ aus. Insomnia hat die Jungs schon mehrmals beim Training beobachtet und die Möglichkeit zu einem kleinen StreetTalk genutzt. Marcel hat mit uns über die sportlichen Seiten, Hintergründe, die Philosphie und die Bautzener Parkour-Truppe gesprochen:

Alltäglich ist Parkour ja nicht, wie bist du denn dazu gekommen?

Marcus: Ich habe ein Parkour Video gesehen und dachte mir: „krass!“
Ich wollte das dann mal selbst ausprobieren und hab mich ein bisschen umgehört, ob und wer das in Bautzen betreibt und landete schließlich bei Martin Ränker. Der meinte, das sei nix zum Zugucken, bloß zum Mitmachen! Und so war ich dabei.

Mittlerweile seid ihr ja zu einer kleinen Truppe herangewachsen. Wie viele seit ihr und wie gestaltet sich euer Training?
Marcus: Also unsere Truppe besteht aus 7 festen Mitgliedern, welche sich regelmäßig zum Trainieren treffen. Dazu gehören Martin und Christian Ränker, Patrick Richter, Maximilian Fleischer, Phillip Gneisel und Danny. Dazu kommen noch einige Leute, die sich ausprobieren oder uns einfach gern zuschauen. Martin Ränker ist eigentlich der Kopf der Truppe, aber beispielsweise beim Training entscheiden wir über Termine und Objekte alle gemeinsam.

Wie schaut es mit Verletzungen aus? Sieht manchmal schon ziemlich gefährlich aus, was ihr da macht.
Marcus: Ich selbst hab habe mich noch nicht ernsthaft verletzt. Ein Freund hat sich nur einmal den Fuß verstaucht, als er unglücklich auf einem Stein landete. Letztendlich resultieren die Verletzungen nur aus Selbstüberschätzung. Deshalb ist die oberste Regel auch Sicherheit. Sobald etwas wirklich gefährlich ist, machst du es halt nicht. Wobei man sagen muss, dass Parkour nur so gefährlich ist, wie man es sich selbst macht. Allerdings gehören kleine Schnittwunden und aufgerissene Handballen zur Tagesordnung.

ParkourWie ich sehe, sehen deine Hände wirklich etwas zerschürft aus. Wie oft betreibt ihr Parkour?
Marcus: Immer wenn wir Zeit haben. Im Sommer waren wir fast jeden Tag „auf dem Sprung“. Im Prinzip kann man immer trainieren, solange es trocken ist. Im Winter müssen wir wegen dem Wetter einen Gang runterschalten. Denn wenn es nass ist, kann man schnell ausrutschen und sich verletzten.

Was ist für dich der größte Reiz an Parkour und weswegen hast du einen so großen Gefallen daran?
Marcus: Der größte Reiz liegt darin, Grenzen zu überwinden. Ich meine damit nicht nur physische Barrieren sondern geistige Schranken. Mit jeder Mauer über die ich klettere, mit jedem Sprung, den ich mache, kann ich solche Grenzen brechen und verschieben. Ich sehe Parkour nicht nur als Sport. Parkour ist für mich zu einer Lebensphilosophie geworden. Sie sagt: „Geh deinen Weg!“ Durch Parkour ist mir klar geworden, dass es egal ist, ob du richtige oder falsche Entscheidungen triffst. Es ist nur wichtig, dass es deine eigene ist und das du diesen Weg, den du gewählt hast, bestreitest und alles daran setzt deine Ziele zu erreichen. Einige von uns sehen Parkour auch als Kunst an, weil man sich per Körpersprache gut ausdrücken kann. Ein anderer Aspekt ist die Kommerzialisierung des urbanen Raumes und dessen Rückeroberung durch den Menschen. Wenn du beispielsweise in der Stadt unterwegs bist, hast du eben nur die vorgeschriebenen Wege, die Bänke auf denen du sitzen kannst und die Mauern und Zäune, welche alles eingrenzen. Wir dagegen gehen unsere eigenen Wege und setzen uns nicht auf die Bänke, sondern überspringen diese.
Wir bedanken uns für den Einblick in die lokale Parkour-Szene!

Mitmachen???
Wer Lust und Laune bekommen hat Parkour mal auszuprobieren oder gar nur zusehen möchte, soll sich einfach bei den Jungs melden! Unter www.streetclimb.de findet ihr Infos, Videos, Pics, Trainingsdates und eine Kontaktnummer.

Quellen/Infos:

www.streetclimb.de
www.parkour.de

Interview: Caroline Zwahr


Tags:, ,

Eine Antwort to “Parkour – Geh deinen Weg!”

  1. Insomnia-mag » Blog Archive » Campusfest Leipzig im Jahre 2008 zum zehnten Mal schrieb:

    [...] Zum ersten Mal wird ein Parkour-Workshop angeboten (Infos zu Parkour unter: http://www.parkour.de oder hier auf unserer Seite). Aber auch die Traditionalisten werden den „direkten Weg” zum Campusfest finden, um an den [...]

Teile uns doch DEINE Meinung zu dem Thema mit!


Verwandte Artikel