Polarkreis 18

kalender Geschrieben von Christian 05. September 2007 13:59Uhr in Interview kalender 

Polarkreis 18„Polarkreis 18“ hört sich ein bisschen nach einer Wetterstation in der Arktis an. Falsch gedacht! Dies ist der Bandname, der wohl emotionalsten Newcomer des Jahres. Die Truppe besteht aus 5 Mitgliedern, Felix Räuber (Gesang, Gitarre, Klavier), Philipp Makolis (Gitarre, Klavier), Christian Grochau (Schlagzeug), Uwe Pasora (Bass) und Bernhard Wenzel (Elektronik, Keyboard). Alle sind im Alter von 22/ 23 Jahren und stammen aus Dresden. Ihr Sound klingt vielseitig. Zum einen popig und elektronisch zum anderen rockig mit isländischem Touch. Natürlich lassen sich die Jungs ungern in eine musikalische Schublade stecken. Sie fabrizieren ihren eigenen Stil, welcher ganz tiefe Emotionen wecken soll. Wie wichtig das der Band ist, beweisen sie auf ihrem aktuellen Ende Februar erschienenem Debut-Album „Polarkreis 18“. Bis Ende April touren die Jungs damit durch ganz Deutschland. Sie spielten im März in Zittau, sind am 14. April noch einmal in Dresden zu erleben und dann geht’s auf Europatour. Trotz großer Auftritte und zunehmender Popularität sehen sich die Musiker immer noch als „Normalos“ an.

Insomnia-Mag sprach mit Felix, dem Sänger, um mehr über die außergewöhnliche Truppe zu erfahren.

Polarkreis 18Wie und wann kam es denn zur Bandgründung?
Vor der Bandgründung hat niemand von uns professionell Musik betrieben. Das kam dann alles später, als wir unsere ersten eigenen Instrumente kauften. Zur Gründung der Band kam es vor 9 Jahren, wir waren gerade mal 13 Jahre alt und wollten was cooles und spannendes auf die Beine stellen.

Euer eigentlich erstes Album heißt „Look“. Da habt ihr ja noch alles selbst bearbeitet. Welche Unterschiede gibt es denn im Bezug auf das aktuell aufgenommene Album?
Natürlich gibt es einen großen Unterschied. „Look“ war mehr ein Demotape, welches wir im Studio aufgenommen haben. Es gibt aber auch gewisse Parallelen, so war es uns möglich 4 der Songs von „Look“ auf unser jetziges Album zu übernehmen.
Das aktuelle Album entspricht nun eher einer Mischung aus Studio- und Bandaufnahmen und ist natürlich um einiges professioneller.

Auf welche Art und Weise haben sich euer Leben, eure Musik und die Bühnenauftritte nach dem Plattenvertrag verändert?
Jetzt besitzen wir ein Management, das sich um alles kümmert und alles überwacht.
Wir spielen nun auf größeren Festivals und unsere Konzerte werden halt alle organisiert. Die ganze Organisation zieht nun mehr oder weniger an einem vorbei und man realisiert gar nicht mehr, wo man nun überall auftritt. In Bezug auf unsere Musik hat sich eigentlich nichts verändert. Wir haben nach wie vor freie Hand. Und an unserem Erscheinungsbild hat sich auch nichts geändert. Wir sind sowieso Perfektionisten und das wird auch so bleiben.

Ihr werdet ja oft mit isländischen Bands, wie Sigur Ros verglichen. Wie definiert ihr eure Musik? Welches Konzept steht dahinter?
Unseren Style zu definieren gestaltet sich eher schwierig. Es geht viel mehr um eine innere Eingebung, um ein intensives Gefühl. Wobei ich sagen muss, dass unsere Musik sehr geheimnisvoll und dramatisch ist. Wir verfolgen kein Konzept, es dreht sich alles um Emotionen.

Gibt es irgendwelche Idole oder Bands die eure Musik erheblich beeinflusst haben?
Es ist klar das jeder von uns bestimmte Bands und Musiker bevorzugt, daraus resultiert auch unsere Musik, jedoch kann man das nicht an einer Band fest machen. Wir haben alle einen unterschiedlichen Musikgeschmack und somit sind es viele Strömungen, die uns beeinflussen und jedes Mitglied trägt einen Teil dazu bei.

Polarkreis 18Einige Jahre seit ihr ja nun schon als Band dabei. Ihr habt auf diversen Festivals gespielt und befindet euch gerade auf Tour. Geht man sich nicht irgendwann auf die Nerven, ihr kennt euch alle ja schon eine halbe Ewigkeit?
Es ist verständlich, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, Privat wie auch im musikalischen Sinne. Wir sind halt sehr eigene Charaktere. Phil und Bernd sind eher lockere Typen, wobei Christian und ich alles sehr ernst nehmen und hochkonzentriert am Werke sind. Uwe ist unser Ruhepol, er ist zurückhaltend und gelassen. Konflikte lösen sich bei uns meist schnell auf und in letzter Zeit läuft alles rund und sehr harmonisch. Über die letzten Jahre hat sich ja auch eine Arbeitsverteilung entwickelt, so dass jeder seinen eigenen Aufgabenbereich besitzt.

Ich hab gelesen, dass ihr in letzter Zeit hauptsächlich mit Streichorchestern, Chören und vielen anderen Musikanten zusammen arbeitet. Früher habt ihr alles hauptsächlich mit Computern bearbeitet. Wie wirkt sich das heute auf Musik und Arbeit aus?
Das ist einfach. Wenn man am Computer arbeitet, hat man seine virtuellen Audiospuren und ist auf sich gestellt. Mit einem Orchester oder einer Band ist alles viel intensiver, spannender und es gibt mehr kreative Köpfe. Außerdem ist es einfacher Gefühle rüber zu bringen, da jeder mit der Musik und seinem Instrument ein inniges Verhältnis hat, welches die ganze Arbeit persönlicher und gefühlsbetonter gestaltet. Wenn man z.B. nach den Proben oder Aufnahmen komplett mit dem Ergebnis zufrieden und total überwältigt ist, kann man sich noch mal umarmen und sich freuen. Am PC ist das ja wohl eher nicht möglich.

Polarkreis 18In einem Interview, welches bereits ausgestrahlt wurde, hat man eure Mütter gefragt, was sie denn von der Musik ihrer Kinder halten. Sie waren ja anfänglich nicht begeistert und wollten das ihr einen „normalen“ Weg geht. Gibt es manchmal Momente in denen man gern einen anderen Weg gegangen wäre?
Da wir alle „Kopfmenschen“ sind, ist es nicht auszuschließen, das einem manchmal Zweifel kommen. Dennoch steht für uns fest, dass wir die nächsten Jahre nichts anderes, als unsere Musik machen werden. Notfallpläne gibt es noch nicht, aber es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, dass es nicht nötig ist, sich heute darüber Gedanken zu machen.

Bis zum 14.April befindet ihr euch noch auf Deutschland-Tour. Wie läuft denn euer Tourleben ab und wie viele Leute sind mit euch unterwegs?
Ich würde uns als „Normalos“ bezeichnen, bei uns läuft alles ganz entspannt ab. Wir sind eine gediegene Truppe von 8 Leuten, welche in einem Kleinbus unterwegs ist.
Nach der Tour steht erst mal etwas Urlaub an, denn bisschen Abstand muss auch mal sein. Danach geht’s dann erst mal wieder auf Europa-Tournee und dann irgendwann wird sicher auch wieder an neuer Musik gearbeitet.

Infos

www.polarkreis18.de
www.myspace.com/polarkreis18
www.motor.de

Interview by Caroline Zwahr



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Tags: Band, Festivals, Interview, Musik, Polarkreis 18, Rock

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Eine Antwort to “Polarkreis 18”

  1. Insomnia-mag » Blog Archive » Polarkreis 18: “Allein Allein” schrieb:

    […] geht es zu unserem Interview mit Polarkreis 18, dass letztes Jahr im Insomnia-mag erschienen […]

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